Natürlich spielte ich schon immer mal mit dem Gedanken, selbst auf einer Rennstrecke zu fahren und nicht nur an der Strecke Fotos zu schießen. 2016 war es dann endlich soweit. Durch ein Gedanke, ein paar Gesprächen und als endgültiger Auslöser von Gabi, wurde ein schon vorbereiteter Ford Fiesta XR2i von mir und Patrick Bobeth besorgt. Der XR2i wurde teilweise weiter umgebaut und beim LD-Racing Team (Tobias Esser, Sebastian Dangel und Domenic Käthner) in Steinau soweit fertig gestellt und verbessert, um am Schlüchterner Bergwinkelcup teilzunehmen. Lange Schrauber-Abende mussten dafür herhalten und jeder weiß, was das bedeutet!

Dann war es soweit, der Ford Fiesta von unserem neu gegründeten Red Devil Racing Team, wurde von meinem Team-Kollegen Sebastian Dangel und mir aufgeladen und es ging ab nach Schlüchtern zum Ewald Pauli Ring. Viele wollten das gar nicht glauben, dass der Fotograf JoRö nun auch selbst ins Lenkrad greift und mal auf der Strecke fährt. Über diese fragende Gesichter, musste ich schon ein bisschen schmunzeln. Die Papierabnahme und ebenfalls die technische Abnahme gingen problemlos über die Bühne und wir hatten die Starterlaubnis.
Zum Glück bekam ich die Chance beim ersten von zwei Vorläufen mit 23 Fahrzeugen mitzumischen und stand nach der Auslosung des Startplatzes auch noch in der dritten Startreihe! Darüber machte ich mir schon ein bisschen Gedanken die erfahrenen Mitstreiter im Nacken zu haben, die schon hunderte Runden auf dem Ewald Pauli Ring hinter sich gebracht hatten. Aber ich wollte Rennen fahren, habe es bis an den Start gebracht, also musste ich da auch durch. Ich bin zwei Wochen vor dem ersten Rennen nur zwei Mal sechs Runden mit unserem Ford Fiesta um den Ewald Pauli Ring gehetzt, um ein bisschen Rennerfahrungen zu sammeln.

Das Red Devil Racing Team in der StartaufstellungAuftanken vor dem RennenSepp und seine Verfolger

Ein riesen Spaß war das und eine tolle Erfahrung reicher

Der Start verlief ganz ok und nach der ersten Kurve sah ich eigentlich nichts mehr, weil es ziemlich staubte und es waren aber auch schon einige schnellere an mir vorbeigeflogen. So langsam fuhr ich mich ein und der Fiesta rannte auch fleißig mit. Mein Team-Kollege Sebastian Dangel fuhr dann den zweiten Turn und ich den letzten kurzen dritten. Beim Bergwinkelcup müssen vom Reglement her zwei Fahrerwechsel in allen Läufen getätigt werden und diese klappten ganz gut. Nach der Zielflagge fanden wir uns auf dem 14. Platz wieder und wir standen im Finallauf, was uns alle ein kleines bisschen verwundert hatte, aber wir haben uns sehr darüber gefreut. Es war schon eine große Herausforderung für uns beide, bei diesem Getümmel mit 23 Fahrzeugen auf der Strecke mitzumischen.

Unser Fiesta wurde vor dem Finale noch mal von unserem Schrauber-Team (LD-Racing) Top vorbereit. Nach Absprache mit meinem Team-Kollegen fuhr ich wieder den ersten Turn, Sepp den zweiten und ich dann die letzten 8 Minuten. Ich startete im Final-Lauf aus der vorletzten Reihe und das Rennen verlief erneut für uns super. Als ich die Zielflagge sah, war ich sowas von erleichtert und trommelte wie blöde vor Freude auf das Lenkrad. Am Ende fanden wir uns von insgesamt 30 Final-Fahrzeugen auf dem 24. Platz in der Endabrechnung wieder. Dass wir keine Chance auf die ersten Plätze hatten, war uns von vorne herein klar, aber wir haben gut taktiert und hatten keinerlei technische Probleme an unserem Fiesta zu verzeichnen.

Alles in allem war das ein toller und erfolgreicher Race-Samstag für uns alle. Wir sind mit unserem etwas unterlegenen Fiesta (leistungsmäßig und auch fahrwerkstechnisch) super durchgekommen und ein paar Berührungen und kleinere Blessuren musste man einfach in Kauf nehmen. Dass Sepp einmal von einem Mitkonkurrenten gedreht worden ist, schmeckte uns natürlich nicht! Aber aus unserer Sicht war der Rest der Rennen sehr fair. Einen ganz besonderen Dank geht an mein Schrauber-Team, denn sie sind die besten, die man sich überhaupt vorstellen kann. Sie haben mich so sehr bei der Vorbereitung des Devil Fiestas unterstützt und ihre ganze langjährige Rennerfahrung ist Gold wert. Auch auf dem Rennen selbst haben sie immer hinter mir gestanden. Natürlich habe ich kräftig mitgeschraubt als EX Kfz. Mechaniker. Ebenso einen superlieben Dank an Gabi, die mich vor dem Rennen wirklich nicht viel sah. Sie unterstützte mich sehr und fieberte sehr viel mit. Natürlich hat sie auch viele super Fotos von uns geschossen. Tausend Dank an: Gabriele Raab, Tobias Esser, Sebastian Dangel, Domenik Käthner, Manni und Patrick Bobeth.

Sepp, Jörg (Maskottchen) und JoRöJo will es wissen und gibt full attackDas Red Devil Racing Team plus Gabi hinter der Kamera

Absolut zufrieden mit den Leistungen inclusive einem Top Racing Team

Auch der zweite und der dritte Lauf zum Bergwinkelcup verlief für uns super und wir standen erneut in beiden Rennen im Finallauf. Inzwischen hatten wir einige Euros in ein neues Fahrwerk investiert, das Martin Mandel für uns angefertigt hatte. Mit diesem ging es doch deutlich besser und schneller um den Kurs. Leider fuhr bei uns im Fiesta beim dritten Bergwinkelcup auch ein Defekt-Teufel mit und ich musste nach einigen Runden unseren roten Renner im Innenraum abstellen. Das Gelenk der Antriebswelle hatte seinen Dienst versagt und ein Vorwärtskommen war unmöglich. Vielleicht kam dieser Defekt davon, dass ich eine Runde vorher mit einem Golf ein kleines Techtelmechtel in der ersten Kurve hatte und wir uns berührten. Das ist halt Race und kann auch bei intensivster und bester Vorbereitung immer passieren. Es ist eh unglaublich, was ein Auto bei einem Rennen leisten und mitmachen muss! Am Ende der drei Läufe zum Bergwinkelcup, standen wir auf einem tollen 18. Platz in der Gesamtwertung von 56 Fahrzeugen, also so schlecht können wir in Schlüchtern nicht gefahren sein. Leider fand 2017 nur ein BACC-Rennen statt, aber daran nahmen wir nicht Teil. Den Termin genau auf einen Deutschen Meisterschaftslauf zu legen, war sehr unpassend! 2018 hat der MSC-Schlüchtern entschieden, dass der Bergwinkelcup nicht mehr stattfindet! Das Aus für alle Teams und natürlich auch für uns. Noch mehr ärgerlicher ist es, dass wir uns einen zweiten stärkeren Ford Fiesta zugelegt hatten, um noch weiter nach vorne zu kommen, aber beide Rennfahrzeuge stehen jetzt brach ...

Fotos vom Rennen