Autocross – Motorsport, der mehr Beachtung verdient. Geschrieben von Albert Malter.

Gedanken eines Motorsportfreundes, der möchte, dass Autocross nicht länger ein motorsportliches „Randgruppendasein“ fristet.

Bereits seit über 43 Jahren wird in Deutschland Autocross-Sport betrieben. Das erste Rennen in Deutschland fand im März 1969 im Hessischen Schlüchtern statt und begann sich fortan in der ganzen Republik auszubreiten. Ich selbst war schon als 6-jähriger regelmäßig mit meinem Vater und der Verwandtschaft (JoRö) bei den Autocross-Rennen. Hauptsächlich in Schlüchtern und in Gründau. Damals gab es teilweise noch mehrere 1000 Zuschauer – heute jedoch freut sich mancher Veranstalter schon über 200-300 zahlende Motorsport-Begeisterte. Die Eintrittspreise sind durchaus erschwinglich und bewegen sich zwischen 8 und 14 Euro. Man kann im Fahrerlager Autos und Fahrer aus nächster Nähe sehen und das Ganze in beinahe familiärer Atmosphäre miterleben. Es gibt heute viele Motorsportvereine die Rennen sowohl auf regionaler Ebene austragen, als auch mit Unterstützung des ADAC auf nationaler und internationaler Ebene als Deutsche Meisterschaft und Europameisterschaft. Auf regionaler Ebene arbeiten die Vereine eng zusammen.

Als Beispiel sei hier der 3-Nationen-Cup erwähnt, die Rennen in Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich ausrichten. Im Moment wird leider in Frankreich nicht mehr gefahren. Dementsprechend groß ist die Anzahl der Starter und das macht es für den Zuschauer attraktiv (mehr Autos, mehr Spannung = mehr Zuschauer). Vor vielen Jahren gab es noch ein deutsches Nationalteam das erfolgreich im internationalen Geschäft mitfuhr. Heute gibt es meines Wissens noch so etwas nur noch in Tschechien – dort aber nach wie vor mit großem Erfolg. In Tschechien ist das Interesse der Zuschauer so groß, dass sogar regelmäßig im TV über die Autocross-Veranstaltungen berichtet wird. Auch wird dort über die Deutsche Meisterschaft berichtet.

Der Autocross-Sport wird seit jeher auf Schotter oder Kiespisten ausgetragen. Diese Rundkurse sind ca. 800 bis 1000 Meter lang und befinden sich meist in der Natur, d.h. bei entsprechender Witterung ist auch für den Zuschauer entsprechende Kleidung zu empfehlen. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass dieser Aspekt nicht die Ursache für den äußerst schwachen Zuschauerandrang ist. Vielmehr fehlt das mediale Interesse, diesen Sport zu einem höherem Bekanntheitsgrad zu verhelfen. Organisatoren, Helfer und vor allem die Fahrer/innen investieren viel Zeit und natürlich auch sehr viel Geld in Ihren Sport. Gefahren wird in drei Hauptklassen, die nochmals in Hubraum und Antriebsklassen unterteilt sind.
Die Tourenwagen sind es seriennahe Fahrzeuge die in einigen Klassen auch mit einem etwas kleinerem Budget zu betreiben sind. Die Junior oder auch Einsteigerklasse gibt Jungen und Mädchen die Möglichkeit, schon in jungen Jahren Motorsport selbst zu betreiben. Bei den Spezial-Eigenbau Cross-Fahrzeugen (heute Buggys genannt), handelt es sich um Eigenanfertigungen die meist speziell dem Fahrer angepasst werden und bei wenig Gewicht mit enormer Motorleistung von bis zu 500 PS oder mehr, für extrem spannende Wettkämpfe sorgen. In diesen Klassen steigt das Budget doch schon deutlich nach oben und für viele Fahrer nimmt die Suche nach Sponsoren kein Ende.

Auch aus diesem Grund haben diese Sportler und ihre Mechaniker mehr Anerkennung und Beachtung für ihren Sport verdient, den sie mit enormer Eigeninitiative und vielen ehrenamtlichen Helfern betreiben. Vielleicht sollten aber auch die Veranstalter noch mehr auf sich aufmerksam machen. Ich denke z.B. an kurze Einspieler im regionalen Radioprogramm oder auf regionalen TV Sendern, denn dies ist nach meinen Informationen auch nicht allzu teuer. Und wenn dann im Gegenzug auf der Veranstaltung mehr Publikum erscheint, kommt das letztlich auch dem Veranstalter zugute. Auch die Tagespresse sollte noch mehr über die Veranstaltungen berichten.


Einige Fans betreiben viel Öffentlichkeitsarbeit auf eigene Initiative auch ihnen ist es zu danken, dass sie den Sport auf ihre Art und Weise und auch mit privaten Mitteln unterstützen (auch ohne finanzielles Interesse). Es seien hier nur einige Internetauftritte genannt, auf denen sich sicher Links zu anderen finden lassen:

Joachim Röder – www.jorö.de
Klaus Dieter Greeb - www.photo-greeb.de
Buchse - www.buchse.de
www.autocross-history.de
www.autocross-deutschland.de
www.autocross-em.de
www.mediasport.cz

 

Dies waren einige Gedanken eines Motorsportfans, die hoffentlich einen Denkanstoß Albert Malterfür die Veranstalter und Motorsportorganisationen sind und zum anderen bei
manchen Menschen die Neugier geweckt haben, auch einmal eine solche Veranstaltung zu besuchen.

Mit motorsportlichen Grüßen
Albert Jörg Malter (Albi)

Auf dem Foto sehen wir Albert, wie wir ihn kennen. Auch er Fotografiert
auf einigen Rennen, wie er Lust und Laune hat. 

Hier sind ein paar Fotos von ihm: Album 1 und Album 2