Hallo Alex, ich weiß, dass die Vorbereitungen für die Autocross Saison bei dir in vollem Gange sind. Aber diese Fragen musst du mir mal zwischendurch beantworten.

Jo: Stelle dich bitte einmal kurz vor
Alex: Hallo und vielen Dank schon mal für das Interview. Ich denke, es wird interessant werden. Ja, also ich bin Alexander Körzinger und 42 Jahre jung, wohne in Dresden und beschäftige mich jeden Tag mit VWs im Autohaus. Und zum Ausgleich brauche ich eben unbedingt das Hobby Autocross. Für mich DIE Leidenschaft des Lebens und manchmal zu oft an erster Stelle. Naja, entweder richtig oder gar nicht.

Jo: Da hast du recht mit der Zeit. Du bist bestimmt schon lange auf den Rennstrecken unterwegs. Wann hat sich denn das Autocross Virus bei dir eingenistet?
Alex: Ja, gepackt hat es mich 1986 bei uns um die Ecke in Bannewitz. Mein erstes Autocross und schon war ich völlig hin und weg. Die verschiedenen Konstruktionen, der Sound und der direkte Zweikampf haben mich absolut fasziniert! Ok, vielleicht auch der ganze Schlamm, schließlich war ich grad mal 10 Jahre alt. Jedenfalls war da klar, das muss es irgendwann mal werden! Hat aber trotzdem dann noch lange gedauert und erst im Jahr 2000 in Oschersleben haben wir beschlossen: Nächstes Jahr gehts los.

Alexander KörzingerAlexander KörzingerAlexander Körzinger

Jo: Na ja, lieber ein bisschen später als nie. Welches Fahrzeug habt ihr denn an den Start gebracht?
Alex: Wir haben uns schlau gemacht, welche Klasseneinteilungen es gibt und da kam nur ein Golf 2 Gti 16V mit 139 PS in Frage. In der Zeit von 1986 bis 2000 haben wir natürlich sämtliche Rennen jedes Jahr besucht. DM/EM/Schwabenpokal ect. Überall wo Autocross war, musste mein Papa mit mir hinfahren.

Jo: Ist denn dein Papa auch selbst Rennen gefahren?
Alex: Nein, mein Papa ist selber keine Rennen gefahren, aber er war ein sehr sehr begeisterter Zuschauer von sämtlichen Rennveranstaltungen rund um Dresden und in der CSSR. Also 2 oder 4 Räder waren egal, Hauptsache Motorsport und mit seinem Freund unterwegs sein. Das ist doch das, was dabei zählt.

Jo: Ja, wenn der Papa so begeistert vom Autocross war, dann ist es auch auf dich übergeschwappt, genau so wie bei mir. Stelle bitte einmal dein Team vor. Wer ist immer auf den Rennen mit dabei?
Alex: Ja, unser Team besteht natürlich aus meinem Papa, worauf ich sehr stolz bin, dass er mit seinen 76 Jahren immer noch so durchhält, dann Enno mit dem ich unter anderem die Idee Autocross verwirklicht habe und nach einem Jahr als Mechaniker ebenfalls zum Rennfahrer wurde. Dann Svennl, die treue Mechaniker Seele der sich oft um zwei bis drei Autos kümmern darf ;-) und unser verrückter Andreas Berge, der immer alles dabei hat und sich für jeden in den Dreck wirft. Total irrer Typ ...

Jo: Man braucht absolut Hilfe, denn ohne gehts halt nicht. Und Zuhause in Dresden, wer schraubt da noch mit?
Alex: Ja, das meiste mach ich natürlich selber und wenn der eine oder anderer mal Lust hat, wird die Hilfe natürlich sehr gerne angenommen. Da ich aber am liebsten nachts baue und schraube, bin ich dann doch eher alleine ...

Jo: Ok, und nun kommen wir einmal zu deinem aktuellen Fahrzeug. Welche Infos hast du denn über deinen roten Audi für unsere Leser?
Alex: Der gute rote Audi besteht aus vielen optimierten Serienteilen wie Achsen, Aufhängungen usw. ansonsten ist der Rest natürlich dem Hobby angepasst. Fahrwerk, Motor, Kühlsystem, Bremsanlage usw. sind natürlich etwas optimiert. Wenn man das mal so sagen kann :-). Für alle wilden Spekulanten, es ist ein 1,8l Turbo Motor mit anderen Pleuel und Sechs Stern Sinterscheibe für die Kupplung. Ich hoffe, er hat über 300 PS und dabei einen günstigen Verbrauch :-) Die Liste aller Veränderungen beträgt grob vier DIN A4 Seiten.

Jo: Dass er ordentlich Bums hat, das hatte ich schon in Ortrand am eigenen Leib miterlebt. Der Audi hatte enorm geschossen und mir ist fast meine Kamera herunter gefallen. Hast du über den Winter am Audi Veränderungen vorgenommen?
Alex: Knall, Puff und Peng macht er nicht mehr! Habe es aufgegeben an einer frei programmierbaren Anlage herum zu spielen. Jetzt fährt der „Gute“ wieder mit Seriensteuerung und die spricht wenigstens deutsch mit mir. Ansonsten warte ich immer noch ganz brav auf mein neues Fahrwerk und hoffe, dass dies noch vor Höchstädt da ist. Dann wird der Audi noch geputzt, das Getriebe wird gewechselt und los gehts.

Jo: Hast du sonst noch Investiert?
Alex: Ich/WIR haben wirklich investiert! Habe mir einen anderen LKW zugelegt, der gerade mehr Liebe braucht als alle anderen und mich hier und da zur Weißglut bringt. Aber ich denke, wir werden noch ganz dicke Freunde. Bin echt gespannt.

Jo: In welchem Verein bist Du und welche Rennserie verfolgst Du sonst noch?
Alex: Mein Heimatverein ist der MC GV Ortrand und im Zusammenschluss mit anderen Rennstrecken bilden wir die ILP! Gegründet 2006 und hoffentlich halten wir noch ein paar Jahre durch!

Jo: Wie bist du zur ILP gekommen, wie hat sie sich entwickelt?
Alex: Als ich 2001 mit dem Autocross Fahren angefangen habe, gab es noch keine geregelte Rennserie. Der Anfang wurde von EINER Person 2003 gemacht, mit dem OACM und war die erste Autocross Meisterschaft bei uns in der Gegend, wo man um Gesamtpunkte fahren konnte. Ja und 2006 haben wir dann die ILP gegründet. Da war dann die Möglichkeit gegeben, dass sich sehr viele Autocross Enthusiasten mit einbringen konnten und das führte schon manchmal etwas zum Chaos. Aber es entwickelte sich von Jahr zu Jahr stetig nach oben und schon lange ist die ILP eine sehr qualitativ hochwertige Rennserie, die auch hier und da mal Fahrer von sehr viel weiter weg mit in die komplette Meisterschaft einbindet.

Jo: Jeden Tag sehe ich ein rotes Modellauto in meiner Vitrine. Ich denke immer wieder gerne daran, als ich dir das Audi Modellauto gezeigt hatte. Ein super schöner Moment war das.
Alex: Absoluter Wahnsinn war und ist das immer noch!!! Ich war völlig platt und die Freude hält ewig an! Dein erstes Gitter-Auto in deiner Vitrine und es ist mein Audi, neben allen anderen Größen des Motorsports! Ich war ja eh schon im Vorfeld sehr glücklich gemacht worden, als Du mich gefragt hattest, ob ich mit in den Autocross Kalender 2017 rein möchte. Eine wirklich tolle Idee, wo die Fahrer mit dieser Sache mal richtig schön denen DANKE sagen können, die anderweitig unterstützend wirken. Macht bitte weiter mit diesen klasse Autocross Kalendern.

Jo: Danke dir und das haben wir auch weiterhin vor. Was erwartet denn die Autocross Fans 2018? Wo tauchst du auf, auf welcher Meisterschaft?
Alex: Wenn alles soweit klappt und ich den LKW und das Rennauto fertig bekomme, stehe ich in Höchstädt am Start. Da ich mir dieses Jahr die B-Lizenz gegönnt habe, könnte man eventuell davon ausgehen, dass ich versuchen werde, so lange wie möglich dieses Jahr der DM treu zu bleiben. Ich bin selbst gespannt ...

Jo: Welche Partner hast du denn mit on board?
Alex: Da ist natürlich der Thomas Reins von BSP. Immer mit dem Bären unterwegs sozusagen. Was ich auch benötige für meinen Sport, Bear Speed Parts hat es und Thomas ist mit allem immer sehr fair und sehr hilfsbereit. Er ist eingentlich auf allen Rennen vertreten und oft braucht man gerade da etwas. Und auch einen – na ja persönlichen – Fotografen habe ich. Joachim alias JoRö, der mich mit tollen Fotos versorgt, die ich vorher irgendwie nie so gesehen oder wahrgenommen hatte. Der Mann, der die Fotos schnell aussehen lässt. Wunderbar dynamisch.

Jo: Vielen Dank Alex, das sind alles sehr schöne Infos für unsere Leser. Auch noch mal vielen Dank für die Beatwortung meiner Fragen. Dann hoffen wir mal, dass 2018 für dich so gelingt, wie du es dir auch vorgestellt hast. Was möchtest du deinen Fans noch mitgeben?
Alex: DANKE Jo ;-) lach ... Ist eine tolle Idee gewesen, so ein Interview. Ja, ansonsten wünsche ich allen Fahrern dieses Jahr eine gesunde Saison, habt Spaß bei dem wunderschönen Hobby Autocross und vergesst nicht, nach der Zieldurchfahrt den Zuschauern mal zu winken!!! Für mich gabs als Kind früher nichts schöneres, wenn mir ein Rennfahrer zugewunken hat!
Ich muss los ... Gruß Alexander Körzinger