Warum nicht noch mal ein Autocross-Modellauto? Ich hatte mich ja schon mal an den Ford Focus MK3 von Paulius Pleskovas gewagt und das hatte auch geklappt. Eigentlich war es ein Zufall, dass ich mir den Autocross-Audi vornahm, denn auf einem Flohmarkt hatte ich ein originales Audi Modellauto  gesehen und er war auch nicht teuer. Da musste ich zugreifen und bekam ihn für fünf Euro. Im Internet wird dieses stink normale Modell für fast 30 Euro angeboten.

Und dann ging es endlich los. Einige Fotos heraussuchen, damit ich eine Vorlage zum Bauen hatte. Wie immer habe ich das Modell erstmal komplett zerlegt, wie es dann auch auf den Bildern zu sehen ist. Den Innenraum habe ich dann nach vielem Überlegen annähernd so angepasst, wie das Original von Alex. Gitter an der Frontscheibe erstellte ich mit Fliegengitter, sowie auch das Netz an der Fahrerseite und das Armaturenbrett ist auch umgestaltet worden. Einen Rennsitz hatte ich eh noch in meiner Modellbau-Kiste von vorhergehenden Umbauten, denn da ist oft ein zweiter auf der Beifahrerseite übrig, wenn es ein Rally-Modellauto war. Die Gurte bestehen aus normalem Papier die ich mit der Schere in feie Streifen geschnitten hatte. Die Ansaugrohre im Innenraum sind von einem Plastikrohr, die ich erwärmte und zurecht bog. Diese verschwanden dann in der Wand, wo sich die Rücksitzbank befindet, die ich einfach mit Papier überklebte. Auch die Hutablage ist mit Papier annähernd dem Original angeglichen. Auch annähernd sind die Kühlerrohre auf dem Boden der Beifahrerseite. Ein Überrollkäfig ist nur im hinteren Raum erstellt, denn ein kompletter Bügel war mir dann doch ein bisschen zu viel gefummel. Somit war der Innenraum fertig und ich habe alles mit Revell-Farbe bemalt.

Nun musste ich an die Karosserie ran und das ist auch kein leichtes Unterfangen. Also wieder die Akkubohrmaschine und den Drehmel ausgepackt. An der hinteren Türe bohrte ich links und rechts ein Loch hinein, denn die Luft muss ja zum Kühler hinein geleitet werden. Daran habe ich das Plastikrohr irgendwie befestigt, sodass es so aussieht, wie beim großen Audi. Mit einem Handbohrer bohrte ich vorher noch ein Loch in das Plastikrohr und musste aufpassen, dass es nicht kaputt geht und an der dünnen Wand ausreißt, was echt schwierig war. An der Stelle, an der sich das Nummernschild am Heck befindet, habe ich auch ein rechteckiges Loch heraus gebohrt und gezimmert. Erst ein paar kleine Löcher gebohrt und mit der Feile bearbeitet. Der Luftauslass nach dem Kühler im Innenraum ist mit Schrumpfschlauch gemacht und auch das Fliegengitter hat dann den Abschluss gegeben. Der Heckspoiler ist aus dünner Pappe annähernd an das Autocross-Modell angefertigt. Für die kleine Abrisskante habe ich dünnen Draht genommen, der von einer Büroklammer stammte. Der etwas dickere Auspuff besteht aus einem Schrumpfschlauch. Man kann aber z.B. auch eine Kugelschreibermine verwenden. Die beiden Seitenschweller stellten auch eine Herausforderung dar und sie sind aus normalem Papier zurechtgebastelt. Dünn abgeschnittene Streifen und am Küchenschrank an der scharfen Kante zu einem Schweller umgekantet. Das war vielleicht eine fummelige Sache, aber ich möchte ja bei dem Maßstab von 1:43 bleiben, so wie die anderen Modellautos in meiner Vitrine. Auch die Schmutzfänger bestehen aus einfachem Papier.

Der Kühlwasser-Ausgleichsbehälter auf der Hutablage ist aus irgendeinem Plastikteil aufgeklebt und das Blech drum rum wieder aus Papier. Das war erstmal der größte Bastelanteil am Audi. Jetzt bekam der Körzinger-Audi endlich seinen roten Anstrich und dann sah das Modell schon fast fertig aus. ABER … nun wurde es wieder sehr diffizil, denn die Beschriftung, also die Sticker, malte ich wieder mit feinen Pinsel der Größe 000 auf. Dass dies nicht so perfekt wird, ist mir und auch euch klar, aber in der Vitrine bei den anderen Modellautos, fällt das nicht mehr auf. Das Bärchen auf der Motorhaube von Thomas Reins (BSP – Bär Speed Parts) ist auch freihändig auf das Modell gezeichnet. Ich denke, dass das Bärchen das ich gemalt habe, ein bisschen kräftiger ist, als die Vorlage, aber da sehe ich mal drüber hinweg. So nach und nach sah der Audi immer besser aus und es machte schon Spaß ihn anzuschauen. Leider musste ich das Dach zwei Mal neu Lackieren, denn zwei Mal hob sich die Farbe wieder ab und es sah aus wie eine Kraterlandschaft.

Modellauto Audi A4 von Alex Körzinger

Der fertige Innenraum. Danach ging es außen weiter.

Also morgens am Ostermontag um 8 Uhr ging es los und ich schnitt mit dem Cutter Messer die Farbe vom Dach. Vielleicht hatte ich sie ein bisschen zu dick draufgeklatscht? Da musste ich höllisch auf meine Finger und auf das eigentlich fertige Modellauto aufpassen! Jeder weiß, wie scharf diese Dinger sind! Das gelang mir auch, ohne dass ich mir einen Finger abgeschnitten hatte oder vielleicht abgerutscht war und den Spoiler abgesäbelt hätte. Der Dremel erledigte den Rest und auch das feine Schleifpapier. Nach zwei Lackierungsvorgängen und dem Finish des Klarlackes war es endlich soweit. Hier und da noch ein bisschen ausgebessert und mein neues Autocross-Modellauto war fertig gestellt. Den Namens-Schriftzug von Alex auf der Türe ist nicht freihändig gemalt, denn das ist echt zu klein. Er ist am PC erstellt mit einer Schriftgröße drei! Auf Fotopapier ausgedruckt, ausgeschnitten und aufgeklebt. Die Deutschland-Flagge ist mit allen drei Farben dann mit dem Pinsel aufgemalt, obwohl man das eigentlich überhaupt nicht sieht.

Dieser Audi ist wieder ein absolutes Einzelstück, das sonst so kein anderer haben sollte und ich bin schon ein bisschen stolz darauf. Natürlich hätte ich all meine Modellautos schon verkaufen oder hergeben können, aber das bringe ich nicht übers Herz. Das musste ich leider auch Alex mitteilen, als ich ihm den Audi live auf dem Autocross-Rennen gezeigt hatte. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange er ihn ansah und wie lange er sprachlos war? Seine Augen funkelten so sehr und dies war ein toller und einmaliger Moment, den ich sicherlich nicht mehr vergessen werde ...

Der Bau und das fertige Modell bebildert