Die Supernationale Klasse der Heck- und Quertreiber ist schon eine Augenweide und ebenso für die Ohren ein tolles Hörerlebnis. Diese Klasse hat es mir völlig angetan und ich musste mir so einen 240/242 er Volvo Schwedenpanzer unbedingt besorgen. Das war allerdings nicht leicht. Sämtliche Modellbaufirmen hatten so ein Modell schon lange nicht mehr auf Lager und die Antwort war, „Es könnte sein, dass wir so etwas wieder rein bekommen." Ich wollte das nicht glauben und deshalb überlegte ich, wie ich doch noch so ein cooles Teil bekommen und an Land ziehen könnte. Bei eBay konnte ich auch keinen Treffer landen und da fiel mir ein Volvo Forum ein. Und siehe da, es meldete sich ein Gönner und wir wurden uns schnell einig.

Dann kam das Päckchen mit dem kleinen Schweden-Happen und er war schnell ausgepackt. Da stand er nun! Ein weißer, schmaler mit trennscheiben ähnlichen Rädern bestückter Polizei-Volvo. Man, war der hässlich und ich dache mir „Wie bekomme ich den denn nur umgebaut?" Aber das war letztendlich eine Herausforderung für mich und ich fing an. Das einzigste Manko ist, dass der Originale Volvo von Stig Sollie ein 2 Türer ist und ich nur einen 4 Türer ergattern konnte. Ich hoffe, Ihr seht da nicht so genau hin und ein bisschen künstlerische Freiheit muss doch erlaubt sein … oder doch nicht? - doch, doch ...

Andere Räder fand ich in einem Kaufhaus von einem nicht zu beschreibendem Flug, Schwimm und/oder auch Tauch-Auto. Das Ding war undefinierbar, was aber egal war, denn nur die Räder waren wichtig. Schnell war dann dieses Alien auseinandergepflückt und die Räder fanden Ihren Platz an den Achsen des Volvos. Das schwierigste beim Aufbau waren natürlich wieder die breiten Backen an den Radläufen. Spachtel und ein zwei Komponenten Knetstift, mussten wieder dafür herhalten. Also dicke Verbreiterungen anbauen und am jetzt nicht mehr vorhandenen Kühlergrill kam die Masse auch zum Einsatz. Das habe ich alles kurzerhand zugespachtelt. Cuttermesser und Wasserschleifpapier waren dann gute Helfer zum Modellieren und Zurechtschleifen.

Der schöne große Heckflügel besteht aus einem dickeren Papier und die auch nicht zu übersehenden Schmutzfänger sind natürlich wieder aus normalen Papier gefertigt. So welches, wie die meisten als Zettelblock zuhause haben und ihre Einkäufe notieren. Mit Pattex-Kleber und zweimal Farbe drüber halten die Dinger schon. Die kleinen Beulen in den Verbreiterungen habe ich natürlich versucht, nach dem originalen Volvo nachzumodellieren ...

Modellauto Volvo 242 Stig Sollie

Der Bastelarbeitsplatz. Hier wird gerade der Heckflügel angefertigt.

Ein Paar von mir geknipste Fotos hatte ich ja schon vom quertreibenden Schwedenpanzer. Nur was stand auf dem Dach und auf der Motorhaube? Damals, als ich die Bilder geschossen hatte, glaubte ich eh nicht mehr daran, dass ich so ein Modell überhaupt noch bekommen oder Nachbauen würde.

Also ins Internet und die Mailanschrift von Stig Sollie gesucht. Ich kannte Ihn ja nur im Auto, wie er seinen Volvo brüllend und quer um die Ecken schmiss. Ein Augen- und Ohrenschmaus und nicht zu vergessen. Als ich fündig geworden war, mailte ich Stig und er war hellauf begeistert, dass da jemand aus Deutschland seinen Volvo nachbauen wollte. Nachdem ich ihm meine Postadresse  gegeben hatte, schickte er mir einige Bilder zu. Ein kleiner Brief mit den genauen Beschriftungen war auch dabei. Das fand ich Oberklasse und nochmals vielen Dank an Stig. Er fragte natürlich gleich nach dem Preis für das Modell. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich leider keines davon hergebe.
Noch bleibe ich der Sponsor-Beschriftung treu und mache das mit einem ganz feinem Pinsel. Aber irgendwann muss ich das mal ändern, denn es wird  immer schwieriger das so einigermaßen hinzubekommen.

Nachdem ich die Karosserie lackiert hatte (leider ist das nicht genau das Rot/Orange vom Original), malte ich die Sponsoren auf das Modell, die teilweise ein bisschen gekürzt sind. Fertig war der Schwedenpanzer.

Hier sind die Bilder des Volvos