Jo: Hallo André, stelle dich bitte einmal vor
André: Hallo Jo, mein Name ist André Fölz und ich bin 21 Jahre alt. Mein Wohnort ist momentan noch in Löhne. Werde aber berufsbedingt ab dem 1.4.2019 in Verl wohnen.

Jo: Und was machst du, wenn du nicht auf dem Rennplatz oder beim schrauben in der Werkstatt bist?
André: Ich habe vom Steuerberater in die Industrie gewechselt. Ich arbeite jetzt als Buchhalter bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Jo: Wie hat dich der Autocross-Virus erwischt und wann war das?
André: Durch meinen Vater bin ich zum Autocross gekommen, denn er ist damals mit Freunden zusammen gefahren. Deswegen war ich 2007 das erste Mal auf so einem Rennen. Mein erstes Rennen fuhr ich 2011 in Itterbeck beim DRCV, damals noch auf einem Polo 6n.

Jo: Und jetzt bist du ja in die Autocross-DM gewechselt. Was gefällt dir da?
André: Da gibt es viele Gründe. Die Organisation ist viel besser, als auf „freien“ Rennen. Alle Informationen gibt es schon vor dem Rennen, das ist echt gut. Außerdem gefallen mir die Strecken, so unterschiedlich, aber alle gleichermaßen anspruchsvoll. Außerdem kann man mit den anderen Fahrern oder Helfern viel Spaß haben.

Jo: Du warst ja letztes Jahr ganz vorne mit dabei. Wo bist du in der Endabrechnung 2018 gelandet?
André: Ich bin dritter in der deutschen Meisterschaft geworden und zweiter in dem DAV-Cup.

Jo: Ja, das konnte sich wirklich sehen lassen und du wirst bestimmt wieder ganz vorne mitmischen und den Titel ins Auge fassen. Stehst du wieder mit deinem bewährtem Honda Civic Type R am Start?
André: Es bleibt natürlich beim Honda! Das Auto hat mir letztes Jahr gezeigt, dass es einfach alles passt. Ich komme immer besser mit dem Auto klar, sodass dieses Jahr noch mehr Rennen gewonnen werden können. Lediglich das Design hat sich verändert, ihr dürft gespannt sein. Habe schon viel Lob für die Idee bekommen.

Jo: Da sind wir wirklich gespannt, was ihr euch einfallen lassen habt. Die technischen Daten von deinem Fahrzeug sind?
André: Der Motor ist ein 2L Sauger mit einem V-Tec und 200 PS Serie. Er ist von Grund auf sehr stark und zuverlässig. Dann sind noch Gronico Stoßdämpfer verbaut, die optimal mitspielen und alle Streckenverhältnisse super meistern.

Jo: Hast du sonst noch was am Honda verändert?
André: Leider nicht viel, denn die Zeit war durch den Umzug und den Jobwechsel so knapp, dass das Auto weitestgehend wie letztes Jahr bleibt.

Jo: Aber du bleibst noch in der Klasse vom letzten Jahr?
André: Klasse 3a war erst geplant, aber 2b ist es geworden. Die Technik hat sich kein bisschen verändert, es bleibt alles so wie es war. Das Paket ist sehr gut.

Jo: Wer ist bei den Rennen mit dabei und unterstützt dich?
André: Grundsätzlich bleibt es auch wie 2018. Aber mit der Veränderung, dass Enrico Frommer uns jetzt "offiziell" begleiten wird. Neben meinen Eltern ist auch Mike weiterhin dabei. Ohne diese treuen Vier wäre das alles auch nicht möglich, da bin ich ganz ehrlich. Sie tun und arbeiten wirklich so viel am Auto und auf den Rennen für mich, das ist wirklich nicht selbstverständlich. Ich kann da nur einen riesen Dank an alle aussprechen.

Jo: Ja, das ist Gold wert und wie sieht es Sponsorentechnisch aus?
André: Sponsor ist weiterhin mein Vater, bzw. die Fölz GmbH aus Bad Oeynhausen. Außerdem haben wir Werbung von all-inkl.com, Seller und Koop, TEX SIB und dich mit jorö.de auf dem Auto. Mal sehen, wer noch dazu kommt?

Jo: Wie ist das eigentlich in so einem Rennauto? Was geht in dir vor, wenn man vorne weg fährt, oder z.B. auch als zweit platzierter dicht am Vordermann klebt und versucht an ihm vorbei zu kommen? Beschreibe einmal beide Situationen für uns Leser.
André: Was für eine Frage! Schwer in Worte zu fassen, aber für dich probiere ich es. Vorne weg fahren ist ein wahnsinnig gutes und schönes Gefühl. Gerade in Kesseltal bei der langen Gerade ist es cool zu sehen, wie man mit allen gleichzeitig startet und sich dann langsam nach dem Start absetzen kann. Wenn man dann noch als Führender in die erste Kurve fahren kann, umso besser. Leider ist es vorne auch immer etwas unsicher, hält die Technik am Auto? Ist man schnell genug? Sollte man vielleicht mehr oder weniger Risiko eingehen? Alles verunsichernde Faktoren. Aber die Übung macht den Meister. Wenn man dann nach einem langen Wochenende als Erster die Zielflagge sieht, ist es ein unbeschreiblich guter und schöner Moment. Nicht nur für mich im Auto, auch für mein Team an der Strecke. Jeder weiß, dass wir alles gegeben haben und auch alles richtig gemacht haben.

Jo: Und wenn man nicht in Führung liegt? Wie kribbelt es dann in dir?
André: Auf der anderen Seite ist es auch ein cooles Gefühl, direkt als Zweiter den Führenden zu jagen. Das spornt zusätzlich an und man wird schneller. Man guckt sich genau an, wie der Führende fährt und versucht ein Muster zu finden. Und dann bremst man vielleicht später oder hat mehr Schwung aus der Kurve und greift einfach an - im besten Fall führt man dann selbst. Aber ich finde, dass solche Situationen einem erst zu Höchstleistungen bringen, wenn man wirklich gewinnen will. Dabei ist auch die Risikobereitschaft viel größer.
Ich hoffe, dass ich dir hiermit einen "kleinen" Einblick in meine Gedanken geben konnte.

Jo: Ja André, das konntest du sehr gut. Ich habe ja auch drei Rennen selbst gefahren und könnte nichts anderes schreiben. Was hast du dieses Jahr so alles vor und wo geht es hin?
André: Also erstmal ganz grob zu unserem Plan dieses Jahr:
Wir wollen auf jeden Fall die ganze Autocross-DM Saison fahren. Alle zehn Rennen stehen auf dem Plan und es sollte auch nichts dazwischen kommen. Besonders freue ich mich auf meine "Heimstrecken" Uelzen und Sachsenberg. Ich habe schon etliche Runden auf beiden Kursen verbracht - endlich bin ich mal im Vorteil.

Jo: Ja super André, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen und für deine Infos an uns. Die Fans, ich und alle anderen, die eine Autocross-DM Veranstaltung besuchen, freuen sich schon sehr auf dich. Was kannst du uns noch mit auf den Weg geben?
André: Kommt zu den DM-Rennen! Ich kann es jedem nur empfehlen, denn was dort an Action geboten wird, findet man in den anderen Autocross-Rennserien nicht. Außerdem sollte sich jeder deine Bilder angucken, die sind was fürs Auge!

Viele motorsportliche Grüße
André Fölz und JoRö